Schenken und Erben

Rechtsgrundlage für die Erhebung der Erbschaftsteuer/Schenkungsteuer ist das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz.

Die Erbschaftsteuer wird als Erbanfallsteuer erhoben. Als Erwerb von Todes wegen gelten

  • der Erwerb durch Erbanfall,
  • der Erwerb durch Vermächtnis und vermächtnisähnliche Erwerbe,
  • der Erwerb aufgrund eines geltend gemachten Pflichtteilanspruchs,
  • der Erwerb durch Schenkung auf den Todesfall und
  • der Erwerb aufgrund eines vom Erblasser geschlossenen Vertrages, insbesondere der Anfall einer Lebensversicherungssumme.

Steuerpflichtig sind außerdem bestimmte weitere, in § 3 Abs. 2 und den §§ 4 und 6 ErbStG besonders aufgeführte Vermögensanfälle.

Der Schenkungsteuer unterliegt jede freigebige Zuwendung unter Lebenden, sofern der Schenker oder der Beschenkte Inländer ist. Für die Schenkung eines Nichtinländers tritt Steuerpflicht ein, soweit sie aus Inlandsvermögen im Sinne des Bewertungsgesetzes besteht.

Weiterführende Informationen und bundeseinheitliche Veröffentlichungen erhalten Sie auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Finanzen.

Vordrucke für die Erbschaft-/Schenkungsteuererklärung erhalten Sie im zentral für die Erbschaften und Schenkungen in Mecklenburg-Vorpommern zuständigen Finanzamt Ribnitz-Damgarten oder hier.

Häufige Fragen

An welches Finanzamt muss ich mich wenden?

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Finanzamt Ribnitz-Damgarten zentral für die Erbschaft- und Schenkungsteuerfälle aller Finanzämter des Landes zuständig.

Welche Steuerklassen gibt es und wie hoch sind die persönlichen Freibeträge?

Abhängig vom persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser oder Schenker wird zwischen drei Steuerklassen unterschieden.

SteuerklassePersonenkreisFreibetrag in EuroVersorgungsfreibetrag in Euro - lediglich bei Erwerben von Todes wegen -
I Ehegatte, Lebenspartner 500.000 256.000
  Kinder und Stiefkinder 400.000 bis 5 Jahre: 52.000
mehr als 5 bis 10 Jahre: 41.000
mehr als 10 bis 15 Jahre: 30.700
mehr als 15 bis 20 Jahre: 20.500
mehr als 20 bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres: 10.300
  Kinder verstorbener Kinder und Stiefkinder 400.000  
  Enkelkinder 200.000  
  Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen 100.000  
II Eltern und Voreltern bei Schenkungen, Geschwister, Abkömmlinge 1. Grades von Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten, Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft 20.000  
III alle übrigen Erwerber 20.000  

Jedem Erwerber wird ein besonderer Freibetrag für den Erwerb von Hausrat usw. gewährt.

Personen der Steuerklasse I können Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke bis zum Wert von 41.000 € steuerfrei erwerben. Für andere bewegliche körperliche Gegenstände einschließlich Kunstgegenstände und Sammlungen, nicht jedoch für Zahlungsmittel, Wertpapiere, Münzen, Edelmetalle, Edelsteine und Perlen, erhalten sie einen Freibetrag von 12.000 €.

Personen der Steuerklassen II und III erhalten für Hausrat und andere bewegliche körperliche Gegenstände mit den genannten Ausnahmen einen zusammengefassten Freibetrag von 12.000 €.

Welcher Steuersatz kommt zur Anwendung?

Die für Erwerbe von Todes wegen und Schenkungen unter Lebenden gleichermaßen geltenden Steuersätze sind nach der Höhe des Erwerbs und nach der Steuerklasse des Erwerbers abgestuft:

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlich EuroProzentsatz in der Steuerklasse IProzentsatz in der Steuerklasse IIProzentsatz in der Steuerklasse III
75.000 7 15 30
300.000 11 20 30
600.000 15 25 30
6 Mio. 19 30 30
13 Mio. 23 35 50
26 Mio. 27 40 50
> 26 Mio. 30 43 50

Muss ich Anzeigepflichten beachten?

Jeder der Erbschaft- und Schenkungsteuer unterliegende Erwerb ist vom Erwerber (bei Schenkungen auch vom Schenker) anzuzeigen. Die Anzeige muss innerhalb von drei Monaten nach erlangter Kenntnis von dem Vermögensanfall bei dem für die Erbschaft- und Schenkungsteuer zuständigen Finanzamt erfolgen.

Einer Anzeige bedarf es jedoch nicht, wenn der Erwerb auf einer von einem deutschen Gericht oder Notar eröffneten Verfügung von Todes wegen (Testament, Erbvertrag) oder auf einer gerichtlich oder notariell beurkundeten Schenkung beruht. Das gilt nicht, wenn zum Erwerb Grundbesitz, Betriebsvermögen, Anteile an Kapitalgesellschaften, die nicht der Anzeigepflicht der Vermögensverwalter bzw. Versicherungsunternehmen (§ 33 ErbStG) unterliegen, oder Auslandsvermögen gehört.


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